Historie

aus der Broschüre "100 Jahre Sport SV 1916 Beuna" (2016)

Die Laufgruppe Beuna
(Text Dr. Wolfgang Mörke)

1984 waren es zuerst  Gerd Suderlau und Egon Hofmann, die durch die Beunaer Flur liefen, um ihre Fitness zu verbessern. Schnell kamen weitere Laufinteressierte dazu: Wulf-Dieter Hennicke, Herbert Katzer, Thomas Erbert und etwas später Torsten Steffan.

1990 schloss sich die Gruppe organisatorisch dem SV Beuna an. Im gleichen Jahr begann man, einen eigenen Lauf auszurichten, der bald darauf in den regionalen Laufkalender aufgenommen wurde. Damals firmierte dieser Wettkampf unter der Bezeichnung „Rund um die Beunaer Flur“. Gestartet wurde gegenüber der Gaststätte „Zur Schiene“, um Straßenüberquerungen und Absperrungen zu vermeiden.

Foto Privat W. M.  Es zeigt Egon Hofmann, den über lange Zeit leistungsstärksten Läufer der Laufgruppe im Jahr 1995 während „Rund um die Beunaer Flur“.

Kurze Zeit später wurde vom Sportplatz Beuna aus zum „Beunaer Geländelauf“ (BGL) gestartet. An diesem Lauf nahmen immer mehr als 100 Aktive teil. Besonders stolz war die Laufgruppe auf die Teilnahme von Kindern. Das folgende Bild belegt deren reges Interesse. Es stammt aus dem Jahr 1997, also vom 7. BGL

Foto Privat, W. M.  Kinderstart beim 7. BGL

Die Kinder hatten nicht nur Spaß am Laufen, sondern auch an den Rahmenbedingungen. Mit ihrer Startnummer konnten die Aktiven kostenlos an einer Tombola teilnehmen und sich am Grillstand bzw. der Gulaschkanone mit deftigem Essen versorgen. Außerdem waren die Präsente für Sieger und Platzierte sehenswert.

Die Philosophie bei diesen Veranstaltungen war und ist auch heute noch: Der Aktive bekommt sein Startgeld auf diese Weise quasi zurück, was bedeutet, dass die Laufgruppe keinen  finanziellen Gewinn macht!

Natürlich blieb auch den Verantwortlichen des Kreises für die Leichtathletik die Qualität des BGL nicht verborgen. Der Ranglistenlauf in Beuna wird als „wahres Volksfest“ gewürdigt. 1

Die Außenwirkung der Laufgruppe wird immer wieder neu durch die Entwicklung weitere Formate der sportlichen Betätigung verbessert. Zu nennen ist hier der „Beunaer Triathlon für jedermann“, der von E. Hofmann und H. Benz 1998 aus der Taufe gehoben wurde. 2 Zum 1. „Beunaer Triathlon für jedermann“ kamen 60 Aktive, das Wetter war sehr schön und die Stimmung sehr gut. Die Presse war voll des Lobes für die beiden Hauptorganisatoren. D. Schariot sagte der Veranstaltung eine sichere Zukunft voraus, 3 Joachim Schuppe ebenfalls. Doch es ist nicht so gekommen! Zum 7. Beunaer Triathlon kamen nur noch 20 Sportler 4, ab 2010 durfte nur noch auf dem Radweg gefahren werden…

Ein weiteres Format, das auf der Bekanntschaft von E. Hofmann mit W. Cierpinski beruht, ist die Beteiligung der Beunaer Lauf-Frauen am Mitteldeutschen Marathon. Unter der Losung „Beuna läuft zum 1000.“ haben sich im Jahr 2004 ca. 40 Frauen und Männer aus Beuna am 2. Mitteldeutschen Marathon beteiligt. Sie begingen so den 1000. Geburtstag ihres Ortes.

Neuere Angebote, den Breitensport publik zu machen, sind der „Fröhliche Hoppenhaupt-Lauf“ und der Lauf „Fit für die Gans“. Dabei wird „Fit für die Gans“ fast nur von Aktiven der Laufgruppe durchgeführt.

Foto Privat W. M.  Teilnehmer am  2. Mitteldeutschen Marathon aus Beuna im Jahr 2004

Der „Hoppenhaupt-Lauf“, eine Gemeinschaftsveranstaltung des „Reipischer Heimatvereins“, des „Heimatvereins Kötzschen“ und des „Interessen- und Fördervereins Wiederaufbau Kirche Beuna“, wird jährlich abwechselnd in den drei Orten gestartet. Im Vordergrund stehen bei dieser Veranstaltung für die Läufer, Nordic Walker und Radfahrer der Spaß an der Bewegung sowie die Kommunikation untereinander bei Glühwein, Tee, „Fettbemmen“ und Kuchen.

Foto Privat W. M.  Aufstellung  zum Lauf „Fit für die Gans“. Mit dabei der unvergessene Lutz Müller stehend, vorn links

Der Lauf „Fit für die Gans“ findet jeweils am Vormittag des 24.12. statt. Er wird von Beginn an von Thomas Erbert organisiert und gesponsert.

Absolute Höhepunkte für die leistungsstärksten Sportler sind jedoch internationale Laufveranstaltungen. Genannt seien hier der Berlin-, Dublin-, New York- und der „Wein“-Marathon in Frankreich. Darüber hinaus wurden auch der „Rennsteiglauf“ und der „Wüstenmarathon“ bestritten 5. Hendryk Weber hat den langen Kanten des Rennsteiglaufs (72 km) bereits 25 Mal absolviert. Den „Wüstenmarathon“, bei dem in einer Woche hintereinander mehr als 220 km durch die Sahara zu absolvieren sind 5, bestritten erfolgreich Michael Schmidt, Egon Hofmann und Torsten Steffan. Unterstützt wurden die Drei bei der sportlichen Vorbereitung von W. Cierpinski sowie finanziell von der HPC Harress Pickel Consult AG Merseburg, der Fa. K.-H. Post und den Stadtverwaltungen von Merseburg und Braunsbedra. Die Rückkehr der Läufer aus Afrika und deren Ankunft auf dem Merseburger Bahnhof wurden grandios gefeiert.

Foto Privat W. M.  v. l. M. Schmidt, T. Steffan, E. Hofmann auf dem Merseburger Bahnhof nach ihrer Rückkehr vom Wüstenmararthon.

Erwähnenswert sind weitere gemeinsame Aktivitäten wie Wanderungen durch die Alpen, Besteigungen des Kilimandscharos und des Elbrus sowie gemeinschaftliche Bootstouren und Skilaufen im Thüringischen Stützerbach.

Bis zum Jahr 2011 wurde dieses Wintertraining in Stützerbach durchgeführt, immer ohne finanzielle Zuwendungen durch Dritte.

Es gab vor einigen Jahren Bemühungen, überregionale Laufwettbewerbe zu organisieren. Voraussetzung war jedoch die Schaffung einer wettbewerbsfähigen Aschenbahn.

Foto Privat W. M.  Die Laufgruppe im 2003 im Thüringischen Stützerbach

Dies wurde im Rahmen einer öffentlichen Fördermaßnahme und mit einer finanziellen Beteiligung der Laufgruppe in Höhe von 1.000,- € erreicht. Die Summe wurde 2002/3 überreicht. Nach dem Hauptsponsor, der am meisten in den Fond der Laufgruppe eingezahlt hatte, wurde eine Kurve benannt; die Aktion ist im folgenden Bild festgehalten. Leider steht das Schild nicht mehr.

Foto Privat W. M.  Das Geburtstagsgeschenk  der Laufgruppe  für Torsten Steffan. Auf dem Bild v. l.: T. Kellner, davor D. Müller, M. Schmidt, E. Hofmann, A. Scheerbaum, S. Dieter, M. Kuta, junior, T. Erbert, M. Florek

Im Jahr 2002 kam Denis Müller zur Laufgruppe nach Beuna. Mit sechs Starts und sechs Siegen in der Kreisrangliste gab er einen phantastischen Einstand.

Sein Trainingsfleiß und sein Engagement in der Laufgruppe blieben nicht ohne Wirkung. So kamen des Öfteren fast alle Teilnehmer eines Kreisranglistenlaufs aus Beuna mit einer Urkunde nach Hause.

Foto Privat W. M.  Fichtelauf 2007, Läufer aus  Beuna  v. l. D. Müller, M. Kuta  jun. M. Kuta sen., F. Dieter, W. Mörke, T. Steffan, T. Kellner, kniend v. l. J. Kuta, E. Fricke, R. Patschke

Seit 2010 leitet Gerd Matalla die Laufgruppe des SV Beuna. Mit ihm wurde die Verzahnung der Beunaer Läufer in der regionalen und Überregionalen Scene verbessert. So wird kam auch der Kristalllauf in den Fokus der Beunaer Läufer.

Foto Privat G. M.  Die Beunaer Läufer vor dem Kristalllauf im Brüggemann-Schacht in Merkers in 700 m Tiefe im Jahr 2012. Vor der hl. Barbara stehen v. l. F. Brakopp, T. Erbert, dahinter T. Kräker, T. Steffan, U. Stürze, W. Mörke, G. Matalla und H. Weber. Der Helm ist Pflicht bei den Läufen unter Tage!

Dank Gerd Matallas Engagement in der AOK-Laufschule kamen Laufeinsteiger und „alte Füchse“, die ebenfalls an der Laufschule teilnahmen, in unsere Laufgruppe. So ist das Einzugsgebiet der Beunaer Laufgruppe längst aus dem Ort herausgewachsen. Es lohnt sich, am Mittwoch um 18:00 Uhr in Beuna die Laufschuhe anzuziehen, es sind immer Interessierte da, und so kommen sie auch aus Günthersdorf und Bad Dürrenberg…Aber es wird nicht nur mittwochs in Beuna trainiert. Über die verschiedenen sozialen Medien ist es einfach, sich zum Training zu verabreden. Davon machen hauptsächlich die Frauen in der Laufgruppe gebrauch. Sie sind zurzeit der größte und aktivste Teil der über 30-köpfigen Gruppe. Hier ein Beispiel ihrer Verabredung:

Liebe Lauffreunde,
vorletztes Wochenende hatten wir eine schöne Runde um den Geiseltalsee. Organisiert hatten es einige Läuferinnen von Beuna und es haben sich einige mehr drangehängt. Weil es so schön war und wir vor dem richtigen Beginn der Laufsaison nochmal die Ausdauer trainieren wollen, noch einmal am Sonntag 13.3.2016 in Neumark. Wir würden wieder in zwei Gruppen starten und zwar Richtung Mücheln (im Uhrzeigersinn): 8:30 Uhr mit ca. 7 min/km, am Nordufer unten lang, 9:00 Uhr mit ca. 6 min/km, über den Weinberg (100 Höhen-m).
Dann sind wir nach ca. 25 km alle gegen 11:30 Uhr wieder in Neumark.
Also einfach zu der entsprechenden Zeit der Gruppe da sein. Bitte seid pünktlich. (Umziehen, Eincremen, Warmlaufen etc. bitte vorher.) Vor dem Loslaufen ist es immer kühl und wir wollen uns nichts wegholen. Wer danach mit zu Vassili in Braunsbedra (http://www.meteora-braunsbedra.com) kommen möchte, bitte eine kurze Rückmeldung! Bärbel Bendig bestellt Plätze.

Foto Privat G. M.  Die Frauenstaffel der Laufgruppe am Ziel des Mitteldeutschen Marathon in Halle  2015. Der Dank der Damen gilt ihrem „Betreuer“ bzw. Begleiter, T. Steffan.

Foto Privat W. M.  Geiseltalseelauf 2014, stehend: G. Meissner, B. Bendig, davor: Karin und Helmut Siegmund

Aber wie bei den Männern, bleibt es bei ihnen nicht nur beim gemeinsamen Laufen, gemeinsame Theater- und Konzertbesuche stehen ebenfalls auf dem Plan.

In der letzten Zeit hat sich der Trend in den Lauf Veranstaltungen zu Erlebnisläufen gewendet.

Auch unser Lauf „Fit für die Gans“ ist ein Beispiel dafür. Wie im folgenden Bild zu sehen, wird dieser Lauf durch ein Bad im Geiseltalsee am Vormittag des Heiligabends aufgewertet.

Foto Privat W. M.  Der Lauf „Fit für die Gans“ wird jetzt von einigen Läufern durch ein Bad „aufgewertet“.  V. r. J. Müller, E. Hofmann, F. Brakopp, K. Müller, zwei Badelustige  und G. Matalla

Fisherman`s Strongman Run und Läufe im Salzbergwerk 700 m unter Tage in Sondershausen und Merkers seien genannt. Diese Lauf Ereignisse habe offensichtlich höhere Anziehung als regionale und Landesmeisterschaften. Diese werden nach den Erfolgen von E. Hofmann (2005 Landesaltersklassenrekord über 10.000 m und zwischen den Jahren 2000 bis 2005 mehrmals Landesmeister über 10.000 m) und M. Kuta sen. (2. und 3. Platz über 100 m, bei den Landesmeisterschaften 2004 und 2005) kaum noch beschickt. Ob sich dieser Trend noch einmal umkehrt, ist ungewiss…

Leichtathletik

Über die Leichtathleten in Beuna gibt es nur sehr lückenhafte Informationen.

In den Wahlunterlagen der Abteilungen des SV 1916 Beuna sind ab 1972 keine Angaben über eine eigenständige Abteilung zu finden.6 Andererseits wird in der Jahresabrechnung für 1971 unter der Rubrik „Leichtathletik“ eine Sum­­me von 237,20 Mark angegeben.

Im Wesentlichen sind es drei Namen, die für Leichtathletik in Beuna stehen: Da ist zuerst Frau Charlotte Turre zu nennen, die in den 30er  Jahren auf den Strecken bis 800 m erfolgreich war. Außerdem sind Gerhard Rothe und Werner Trümpelmann als Mittelstreckler bekannt. Von G. Rothe wissen wir noch, dass er bei der SG Wissenschaft Halle aktiv war.

Weiterhin sind bekannte Mittelstreckler aus Beuna Bernd Hilprecht, er startete für Lützkendorf, Rolf Geitner, Stahl Frankleben, und Hans-Jürgen Rohrig, der für Buna-Schkopau startete.

Um diese Sportart dem Vergessen zu entreißen, bitte ich um Überlassen weiterer Informationen. Diese können per mail an kwmoerke[at]arcor.de
geschickt werden.

1 Mitteldeutsche Zeitung vom 14.12.1998

2 Mitteldeutsche Zeitung vom 3.7.1998

3 Mitteldeutsche Zeitung vom 6.7.1998

4 Mitteldeutsche Zeitung vom 21.7.2004

5 T. Steffan in Beunaer Sportkalender Heft 1, 2003, S. 13

6 Archivmaterial des SV Beuna 1916 e. V.